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 Klosterkirche

Die Frontansicht der zweiten, barocken Klosterkirche


Die vom Voralberger Baumeister Franz Beer geschaffene ehemalige Kloster-kirche und heutige Pfarrkirche von St. Urban ist ein eindrückliches Beispiel barocker und zisterziensischer Baukunst. Die Hauptfassade der 1711 - 1715 erbauten Kirche ist als Doppelturmfassade gestaltet. Die gewählte Form steht dem aus der Frühzeit des Ordens stammenden Turmverbot für Zisterzienserkirchen völlig entgegen. Doch im Barock blieb das zisterziensische Gotteshaus nicht mehr ausschliesslich eine Mönchs- und Konversenkirche, sondern öffnete sich nach aussen und wurde auch Laienkirche. Die im Mittelalter geübte Askese wich selbst in diesem Orden einem Willen zur Repräsentation.

Nach 1700 entwickelten sich bei den voralbergischen und bayerischen Architekten Doppelturmfronten zur Hauptform. Zur gleichen Zeit setzte sich auch die kolossale Pilasterordnung als gestalterisches Element durch. Diese, wie auch die neben den Kirchenkörper hinausgerückten und dadurch eine grössere Kirchenbreite erzielenden Türme, schaffen in St. Urban den Eindruck einer monumentalen Kirchenfassade. Stolz liess der selbstbewusste Abt Malachias Glutz sein Familienwappen über dem mittleren Vorhallenportal anbringen und seine Bautat in einer die ganze Fassadenbreite einnehmenden Inschrift auf dem Gebälk des Hauptgeschosses für die Nachwelt schriftlich festhalten. Das Erscheinungsbild solcher Inschriftgebälke erinnert an heidnische und christliche Bauten Roms.



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