Das Gästerefektorium war zur Klosterzeit ein Speisesaal für Gäste. Der Raum war einst ähnlich gestaltet wie der Festsaal. Gemäss den Aufnahmeplänen von 1870 befand sich auf beiden Seiten in der Mitte ein Blickfang (Nordseite: grosser Kachelofen, Südseite: ein Eisenofen), flankiert von Türen und Wandschränken. Vom Korridor führte nur eine einzige, dafür etwas breitere Eingangstüre in den Saal. Die Durchgänge in die Nebenzimmer befanden sich auf der Fensterseite. Gemäss der alten Inventare war der Raum mit vielen Möbeln ausgestattet und einem Gemälde des Gekreuzigten, von Johann Melchior Wyrsch, 1779, das heute im Luzerner Regierungsgebäude hängt.
Bei der Klinikeinrichtung wurde der Raum um 1873 in Schlafräume unterteilt. 1995/96 erfolgte die Wiederherstellung des Saales.
Im Gästerefektorium befindet sich heute ein Gemäldezyklus aus der Zeit des Abtes Augustin Müller (1751 - 1768). Der zehnteilige Zyklus mit grossformatigen Gemälden wurde vermutlich von Lorenz Arnold aus Altishofen und Nebikon um 1762 - 1764 gemalt, ein heute kaum bekannter Maler. Die heraldischen und baulichen Motive versinnbildlichen die Stiftertradition, die Baugeschichte des Klosters und die Bedeutung St. Urban's im 18. Jahrhundert. Die topografischen Darstellungen stehen für die Kirchenkollaturen, Güter und Rechte des Klosters im 18. Jahrhundert. In alphabetischer Reihenfolge sind Adelswappen über acht der zehn Gemälde verteilt. Es handelt sich um Stifterwappen, die vermutlich kurz nach 1513, dem Jahr des Klosterbrandes, an den Wänden des Kreuzgangs aufgemalt wurden. Sie verschwanden im 17. Jahrhundert, blieben aber in Abzeichnungen erhalten. Die Reihenfolge der Bilder lässt sich mit Hilfe der Wappen und der vier Ansichten des Klosters um 1615, 1630, 1676 und 1764 rekonstruieren.
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