Das Treppenhaus West wurde zusammen mit dem West- und Mitteltrakt des Konventes 1728 - 1730 durch Johann Michael Beer erbaut. 2001/2002 wurde das in der Klinikzeit ab 1870 stark verbaute Treppenhaus zu seiner ursprünglichen Erscheinung zurückgeführt.
Selten wird nur schon allein durch die Dimension der Begriff eines Hauses für die Treppe so deutlich wie in diesem im 18. Jahrhundert entstandenen Beispiel. Durch eine schlichte Vorhalle im Westtrakt gelangen die Besucher auf eine H-förmige Doppeltreppe und geniessen das einfallende Tageslicht, das ein Spiel von Licht und Schatten ins Treppenhaus wirft.
Es verwundert, dass ein Zisterzienserkloster ein solch luxuriöses Treppenhaus benötigte. Höfisches Gebaren und ein nach vorgegebenen Regeln ablaufendes Besuchsprotokoll führten dazu, weil auch das der Aristokratie verbundene Kloster für Empfänge bereit sein wollte. Zudem ist es ein zutiefst barocker Gedanke, eine rein zweckmässige Anlage in eine dekorative Kulisse zu verwandeln. Diese spiegelte zugleich die soziale Rangordnung wider, in der es entscheidend war, mit wem man gemeinsam auf der gleichen Stufe stand.
Nach der Verstaatlichung des Klosterbesitzes in der Mitte des 19. Jahrhunderts und vollends nach der Einrichtung einer psychiatrischen Klinik galt das Treppenhaus als Raumverschwendung. Veränderungen liessen das Treppenhaus als solches nicht mehr erkennen und auch nicht mehr erleben. Erst seit der Restaurierung dient es wieder als repräsentativer Hauptzugang zum Gästerefektorium und zum Festsaal, die heute beide rege für öffentliche Anlässe genutzt werden.
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